Der E-Commerce boomt – halten Sie Schritt!

Um mit dem E-Commerce-Boom in den USA Schritt zu halten, müssen Exporteure schnell sein und die Lieferung ihrer Waren effizienter gestalten.

Online-Käufer möchten mehr Kontrolle über den Lieferzeitpunkt sowie eine bequeme Rücksendeabwicklung.

Der E-Commerce nimmt seit der Jahrtausendwende ein immer größeres Stück vom Kuchen des Einzelhandels ein und alle Indikatoren deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzt. Exporteure, die ein Stück von diesem Kuchen abhaben möchten, benötigen die allerbesten Logistiklösungen, wenn sie ihre Kunden nicht enttäuschen möchten.

Der Umsatz im E-Commerce in den USA ist seit 1999 stetig gewachsen und lag im vierten Quartal des Jahres 2013 bei 69,2 Milliarden USD.

E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz im US-Einzelhandel im jeweils vierten Quartal

% Umsatz Q4
1999 0,6% 723,53 Mrd. US
2009 4,1% 924,29 Mrd. USD
2013 6% 1,14 Bio USD.

Das Wachstum im E-Commerce soll sich auch in den nächsten drei Jahren fortsetzen. Laut der auf den Statistiken der US-Statistikbehörde beruhenden Prognose der Mintel Group könnte der Umsatz im E-Commerce in den USA bis 2017 auf 574,2 Milliarden USD ansteigen. Die Pro-Kopf-Ausgaben sollen sich auf 1.759 USD, und damit auf 2,86% des BIP, belaufen. Die von Forrester Research prognostizierten Umsatzzahlen für 2017 fallen mit 370 Milliarden USD etwas bescheidener aus.

Laut Forbes-Berichten lässt sich das prognostizierte Wachstum im E-Commerce auf die Tatsache zurückführen, dass konventionelle Einzelhändler verstärkt in ihre E-Commerce-Abteilung investiert haben. Größere Einzelhändler bauten ihren Click&Collect-Service aus, der den Kunden eine Online-Bestellung und anschließende Abholung in ihrer Wunschfiliale ermöglicht. Ein weiterer Grund für die optimistischen Aussichten im E-Commerce ist das anhaltende Wachstum bei Smartphones und Tablets, was bedeutet, dass immer mehr Menschen immer mehr Zeit mit dem Online-Vergleich von Produkten und Preisen verbringen.

Laut Statistiken der US-Statistikbehörde machte der E-Commerce 2012 etwa 5,2% vom Gesamtumsatz des Einzelhandels aus. Den größten Umsatzanteil im E-Commerce erwirtschafteten Kfz- und Ersatzteilhändler, Sport- und Freizeitgeschäfte sowie Buch- und Musikhändler, wobei zu einigen Verbrauchsgüterkategorien keine Statistiken zur Verfügung standen.

US-Einzelhandel 2012 (in Millionen USD)

Beschreibung Gesamtumsatz E-Commerce Prozent
Kfz- und Ersatzteilhändler 894.798 23.244 2,6
Möbel- und Einrichtungshäuser 94.898 488 0,5
Elektro- und Haushaltsgerätehändler 102.998 nicht verfügbar
Bau- und Gartenmärkte 294.656 nicht verfügbar
Lebensmittel- und Getränkemärkte 631.486 900 0,1
Sanitätshäuser und Drogeriemärkte 275.645 nicht verfügbar
Tankstellen 551.888 0 0,0
Geschäfte für Bekleidung und Bekleidungsaccessoires 241.386 2.843 1,2
Sport- und Freizeitgeschäfte, Buch- und Musikhändler 85.190 1.851 2,2
Warenhäuser 649.754 nicht verfügbar
Verschiedene Einzelhandelsgeschäfte 112.966 2.179 1,9
Sonstiger Einzelhandel ohne Verkaufsräume (inkl. Internethandel und Postversandhäuser) 408.475 192.619 47,2
Gesamtumsatz Einzelhandel 4.344.140 226.878 5,2

Quelle: US- Statistikbehörde

Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe machten 2012 in den USA einen Anteil von 17% am reinen E-Commerce-Umsatz aus, der sich auf 1,9 Milliarden  USD belief. Elektro- und Haushaltsgeräte hatten einen Marktanteil von 12%, gefolgt von Möbeln und Einrichtungsgegenständen, Medikamenten, Sanitäts- und Kosmetikprodukten. Laut Statistiken der US-Statistikbehörde aus dem Jahr 2012 machten „andere Waren“ wie Schmuck, Autoteile und Souvenirs 15% vom Gesamtumsatz aus.

Reiner E-Commerce-Umsatz 2012 (in USD Millionen)

Produkt Wert
Bücher und Zeitschriften 9.433
Bekleidung und Bekleidungsaccessoires (inkl. Schuhe) 33.023
Computer-Hardware 13.627
Computer-Software 4.647
Medikamente, Sanitäts- und Kosmetikprodukte 14.684
Elektro- und Haushaltsgeräte 22.500
Lebensmittel, Bier und Wein 4.729
Möbel- und Einrichtungsgegenstände 15.881
Musik und Videos 9.290
Büroeinrichtungen und Bürobedarf 6.634
Sportartikel 6.006
Spielzeug, Freizeitwaren und Spiele 5.853
Sonstige Waren (inkl. Schmuck, Autoteile und Souvenirs) 29.734
Einnahmen aus dem Verkauf von Dienstleistungen (inkl. Provisionen, Versand und Werbung) 15.930
Gesamtumsatz 191.971

Quelle: US- Statistikbehörde

Online-Händler sollten darüber nachdenken, Bestände in den USA zu lagern, um die Wege zu den Kunden und die Versandzeit zu verkürzen. So können große Mengen per Fracht direkt vom Herstellungsort versandt und die Versandkosten niedrig gehalten werden. Außerdem kann so die Zollabwicklung vereinfacht werden. Da die Bestände in der Nähe der Kunden gelagert werden, kann die Zustellung kurz nach dem Bestelleingang erfolgen. Daneben können sie Ihre Produkte in US-Dollar anbieten.

Im Rahmen der von comScore durchgeführten Studie Pulse of the Online Shopper 2014 wurden Daten von 3.000 amerikanischen Verbrauchern zu deren Gewohnheiten beim Online-Einkauf erhoben. In einem typischen Dreimonatszeitraum wurden von sämtlichen Käufern mindestens zwei Online-Käufe getätigt. Die Studie ergab, dass Käufer im Allgemeinen zwar äußerst zufrieden mit dem Online-Einkauf waren, mit der Flexibilität bei Zustelldatum und Lieferfrist, der Möglichkeit, Einkäufe umzuleiten und der Optionen auf eine umweltfreundliche Zustellung allerdings weniger zufrieden waren.

Außerdem befragte comScore 5.800 Verbraucher weltweit zu ihrem Online-Einkaufserlebnis. Die Ergebnisse sind auch typisch für Online-Käufer in den USA. Die Teilnehmer der Umfrage gaben an, dass sie sich mehr Möglichkeiten bei der Artikelsuche, beim Bestellvorgang, bei der Sicherheit und bei den Zustellorten wünschten. Zu den zentralen Erkenntnissen der Studie zählen folgende:

  • 55% der Käufer bevorzugen den Einkauf im Internet.
  • Mehr als 50% der Verbraucher lassen Ihre Bestellungen irgendwann zu einer Filiale liefern.
  • Lediglich 44% der Käufer sind mit der Flexibilität bei der Wahl eines anderen Zustelldatums nach Versandaufgabe zufrieden, während nur 43% mit der Möglichkeit, ein Paket umzuleiten, zufrieden sind.
  • Nur die Hälfte der Verbraucher sind mit der Abwicklung der Rücksendung und der Klarheit der Richtlinien des Einzelhändlers zufrieden.

Beim Online-Einkauf spielen Smartphones eine wichtige Rolle, da sie den kanalübergeifenden Trend im Einzelhandel widerspiegeln, bei dem Käufer in ihrer Markeninteraktion verschiedene Kanäle nutzen. Online-Käufer, die mehrere Geräte nutzen, gaben an, sie bevorzugen den Einkauf über einen Desktop-Computer gegenüber dem Einkauf über ein Mobilgerät, da ihnen größere und klarere Abbildungen den vergleichenden Einkauf erleichtern würden. Daher ist es wenig überraschend, dass 41% der Befragten lieber die vollständige Internet-Webseite eines Händlers als eine mobile Webseite (34%) und eine mobile App (25%) nutzen.

Während Einzelhändler ihre Schwierigkeiten damit hatten, eine Verbindung zwischen sozialen Medien und Umsatz herzustellen, zeigt die Studie deutlich die Bedeutung der sozialen Medien, da ein Drittel aller Käufer und die Hälfte aller Millennials angab, bei Ihren Einkaufsentscheidungen von den sozialen Medien beeinflusst zu werden. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Verbraucher ihre Meinungen über Produkte und Marken auf sozialen Medien teilen. Zufriedene Käufer, die ihre Gedanken auf sozialen Medien mitteilen, machen dies am ehesten auf Facebook (86%) gefolgt von Twitter (34%), Google+ (23%), Pinterest (21%) und Instagram (19%).

Die Nachfrage nach kanalübergreifendem Komfort wird für den gewieften Käufer ein immer größeres Thema. So werden 40% der Einkäufe kanalübergreifend getätigt – egal, ob die Suche im Geschäft und der Kauf im Internet oder die Suche im Internet und der Kauf im Geschäft erfolgt. „Jene Einzelhändler, die mit den bei den Kunden bevorzugten Kanälen und Optionen arbeiten, bieten ein positives Verbrauchererlebnis, steigern so letztendlich ihren Umsatz und stärken die Markenbindung“, so Susan Engleson, Senior Director bei comScore.

Liefergeschwindigkeit und -kosten

Gebührenfreier Versand begünstigt auch weiterhin die Entscheidung für einen Kauf – 58% der Käufer fügten ihrem Warenkorb Artikel hinzu, um in den Genuss eines Gratisversands zu kommen und 83% wären bei kostenfreiem Versand dazu bereit, zwei weitere Tage auf ihre Lieferung zu warten. Mehr als die Hälfte der Online-Käufer gab an, schon frühzeitig im Bestellvorgang die Gesamtkosten ihres Einkaufes einsehen zu wollen und die Mehrheit gab an, lieber das Zustelldatum als die Anzahl der Tage bis zum Eintreffen der Lieferung angezeigt zu bekommen.

Während sich die Verbraucher die Mehrheit ihrer Pakete nach Hause liefern lassen (74%), gibt es einen zunehmenden Trend hin zu anderen Zustellorten. Lediglich 43% der befragten Käufer waren mit der Flexibilität bei der Änderung des Liefertermins und der Umleitung ihrer Pakete zufrieden.

Rücksenderichtlinien

Die Verbraucher erwarten heutzutage eine kostenlose Rücksendemöglichkeit: 82% der Befragten gaben an, sie würden einen Kauf tätigen, falls sie den Artikel in einem Geschäft zurückgeben oder kostenlos zurückschicken könnten und 66% gaben an, sie sehen sich vor einem Kauf die Rücksenderichtlinien eines Händlers an. Die Mehrheit der Käufer erwartet sich von den Händlern eine einfache Handhabung der Rücksendung mittels eines mitgelieferten Rücksendeetikettes.

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