Der richtige Incoterm

Legen Sie schon zu Beginn der Verkaufsverhandlungen fest, wo die Zustellung erfolgen soll.

Incoterms werden weltweit zur Festlegung der Pflichten von Verkäufer und Käufer im Rahmen internationaler Transaktionen verwendet.

Wenn Sie mit anderen Unternehmen Verträge über den Verkauf von Waren abschließen, verhandeln Sie über den Preis, die Qualität und die Merkmale der Waren. Sie müssen außerdem verhandeln, wo die Waren an den Käufer übergeben werden sollen und wer bis zu diesem Zeitpunkt für die Waren – und die damit verbundenen Kosten – verantwortlich ist.

Die internationale Handelskammer (ICC) hat eine Reihe von Incoterms erstellt, die weltweit als Ausgangspunkt für internationale Handelsverhandlungen dienen. Incoterms steht für „international commercial terms“ (internationale Handelsbedingungen). Sie legen in Verkaufsverträgen die rechtlichen Pflichten des Käufers und des Verkäufers im Hinblick auf die Zustellung von Waren klar fest.

Mit den Incoterms soll sichergestellt werden, dass Käufer und Verkäufer darüber Bescheid wissen:

  • wer die Transportkosten der Waren, einschließlich Versicherung, Steuern und Zollgebühren übernimmt,
  • wo die Waren abgeholt und wohin sie transportiert werden müssen,
  • wer für die Waren in jeder einzelnen Transportphase verantwortlich ist.

Incoterms bieten im Rahmen von Warentransporten beiden Parteien Vorteile, da sie Unklarheiten, Missverständnisse und Verwechslungen bei internationalen Transaktionen beseitigen.

Jeder Incoterm legt fest, wie die Aufgaben, Risiken und Kosten zwischen den Parteien aufgeteilt werden. Darin werden die Zustellorte, die Aufteilung der Kosten, der Gefahrübergang, die Transportart und die Pflichten von Käufer und Verkäufer festgehalten. Der „Zustellort“ ist besonders wichtig, da es sich hierbei im Allgemeinen um jenen Ort handelt, an dem der Verkäufer die Bezahlung der Waren fordern kann, keine weiteren Versandkosten mehr übernehmen muss und nicht mehr für die Waren verantwortlich ist, falls sie nach Passieren dieses benannten Ortes verloren gehen oder beschädigt werden.

Es gibt 11 Incoterms, die in vier Gruppen unterteilt sind:

1. E-Bedingungen

EXW (Ex Works/Ab Werk) gilt für Situationen, in denen der Verkäufer die Waren auf seinem Firmengelände zur Abholung durch den Verkäufer bereitstellt. Dabei handelt es sich um die Mindestverpflichtung für den Verkäufer. Hierbei handelt es sich um den einzigen Incoterm in dieser Kategorie und wahrscheinlich auch um den bekanntesten.

2. F-Bedingungen

Diese Bedingungen gelten für Situationen, in denen der Verkäufer die Waren an einen vom Käufer beauftragten Transporteur liefern muss. Der Verkäufer organisiert und bezahlt die Lieferung der Waren an den Transporteur; danach bezahlt der Käufer den weiteren Transport. FCA (Free Carrier/Frei Frachtführer) kann für jede Transportart verwendet werden. FAS (Free Alongside Ship/Frei Längsseite Schiff) und FOB (Free on Board/Frei an Bord) werden nur für den Seetransport oder den Transport auf Binnenwasserstraßen verwendet.

3. C-Bedingungen

Die C-Bedingungen legen fest, dass der Verkäufer den Beförderungsvertrag abschließen muss, jedoch nicht das Risiko für den Verlust der Waren oder Schäden an diesen bzw. zusätzliche Kosten, die aufgrund von Ereignissen nach der Beförderung angefallen sind, übernimmt. CFR (Cost and Freight/Kosten und Fracht) und CIF (Cost, Insurance and Freight/Kosten, Versicherung und Fracht) können nur für Waren verwendet werden, die per Seetransport oder per Transport auf Binnenwasserstraßen verschickt werden. CPT (Carriage Paid To/Frachtfrei) und CIP (Carriage and Insurance Paid to/Frachtfrei versichert) können für jede Transportart verwendet werden.

4. D-Bedingungen

Diese Regeln gelten unabhängig von der verwendeten Transportart. DAT (Delivered At Terminal/Geliefert am Terminal) bedeutet, dass die Zustellung dann stattfindet, wenn der Verkäufer dem Käufer die Waren an einem benannten Terminal zur Verfügung stellt. Der Verkäufer übernimmt alle Risiken im Rahmen des Transportes und der Entladung der Waren am Terminal, einschließlich der Ausfuhrabfertigung. DAP (Delivered At Place/Geliefert am benannten Ort) bedeutet, dass die Zustellung dann stattfindet, wenn der Verkäufer dem Käufer die Waren an einem benannten Ort zur Entladung bereitstellt. Das heißt, dass der Käufer die Waren entladen muss. Bezahlt der Verkäufer den Frachtführer aus Versehen für die Entladung, kann er diese Kosten nicht vom Käufer zurückverlangen, außer die Parteien vereinbaren dies ausdrücklich. DDP (Delivered Duty Paid/Geliefert verzollt) bedeutet, dass der Verkäufer für die Zustellung der Waren an den benannten Ort im Land des Käufers verantwortlich ist und alle Kosten für den Transport der Waren an den Zielort, einschließlich Zöllen und Steuern, übernimmt.

Stellen Sie im Rahmen der Verhandlungen mit dem Käufer zu einem frühen Zeitpunkt sicher, dass alle Beteiligten eine ähnliche Vorstellung von dem Projekt haben, sodass keine Chancen aufgrund von Missverständnissen vergeben werden. Nehmen Sie bei der Klärung der Einzelheiten des Projektes nicht automatisch an, dass Ihr Geschäftspartner mit Ihrer Vorgehensweise vertraut ist oder genau versteht, was Sie meinen, auch wenn Sie nicht ausdrücklich darauf eingegangen sind.  Abschließend können Ihnen internationale Standards wie die Incoterms dabei helfen, Bereiche der Risikoaufteilung zu ermitteln und teure Überraschungen zu vermeiden.

Incoterms werden selten bei Transaktionen zwischen Unternehmen und Endkunden angewendet. Im E-Commerce werden Incoterms z. B. in den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Unternehmen integriert. Die Zustellung erfolgt für gewöhnlich an eine vom Käufer benannte Adresse, wobei der Verkäufer alle Kosten übernimmt.

Das UPS Rechnungs-Center kann Ihnen bei der Verwaltung der Versandkosten helfen, indem es Ihnen die Möglichkeit gibt, die Aufteilung der Versandgebühren zu bestimmen. Die Gebühren können dem Versender, dem Empfänger oder einem Dritten in Rechnung gestellt werden. Gebühren für den internationalen Versand beinhalten für gewöhnlich Fracht, Zölle und Steuern. Kunden, die das automatisierte Versandsystem von UPS verwenden, können die Versandgebühren einer Partei und die Zölle und Steuern einer anderen Partei in Rechnung stellen lassen. Bei „Split Duty VAT“ (SDV) werden die Versandkosten und Zölle von einer Partei übernommen, die Steuern von einer anderen.*

* Die enthaltenen Angaben dienen lediglich der Information, sind daher unverbindlich und ohne Gewähr. Die tatsächliche Dienstleistung seitens UPS ergibt sich ausschließlich aus dem geschlossenen Beförderungsvertrag und den UPS Beförderungsbedingungen.

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