An eine Shopping-Nation verkaufen

Stimuliert durch den kontinuierlichen Anstieg des verfügbaren Einkommens in den letzten 50 Jahren stellt der Einzelhandel in den USA einen attraktiven Markt für Exporteure dar.

Die Amerikaner verfügen über einen der höchsten Lebensstandards weltweit. In der internationalen Vergleichsdatenbank der Weltbank belegen die USA den fünften Platz beim Pro-Kopf-BSP in KKP. Das Pro-Kopf-BSP in KKP in den USA betrug im Jahr 2012 USD 52.610.

Pro-Kopf-BSP, KKP (aktueller internationaler Dollar)

Land 2008 2009 2010 2011 2012
Norwegen 61.060 55.610 58.420 62.240 67.450
Luxemburg 66.660 52.190 58.100 61.140 60.950
Singapur 49.620 47.730 57.280 59.950 60.110
Schweiz 44.740 48.380 51.670 51.770 55.000
USA 48.650 47.240 48.880 50.860 52.610
Hongkong SVZ, China 47.430 45.260 48.140 51.430 52.190
Dänemark 40.460 39.240 41.860 42.960 44.070
Schweden 41.000 38.320 40.460 42.700 43.960
Österreich 39.690 38.890 40.430 42.600 43.850
Niederlande 42.000 40.370 40.940 43.290 43.750

Quelle: Weltbank

Dieser Wohlstand schlägt sich auch in der Kauffreudigkeit der Verbraucher nieder. Aus Statistiken des Büros für Wirtschaftsanalyse des US-Handelsministeriums lässt sich erkennen, wofür genau die Amerikaner ihr Geld ausgeben. Obwohl sie immer mehr Geld für Dienstleistungen aufwenden, machen Verbrauchsgüter nach wie vor einen großen Teil ihrer Ausgaben aus.

Persönliche Konsumausgaben nach Produktart (in Milliarden USD)

2008 2009 2010 2011 2012
Persönliche Konsumausgaben 10.005,5 9.842,9 10.201,9 10.711,8 11.149,6
Waren 3.375,7 3.198,4 3.362,8 3.602,7 3.769,7
Langlebige Güter 1.102,3 1.023,3 1.070,7 1.129,9 1.202,7
Kraftfahrzeuge und Kfz-Ersatzteile 339,6 317,1 342,0 368,7 401,7
Möbel und langlebige Einrichtungsgegenstände 268,7 244,3 250,4 260,1 275,1
Freizeitgüter und Wohnwägen 329,3 303,8 312,7 321,1 334,5
Sonstige langlebige Güter 164,6 158,2 165,6 179,9 191,3
Kurzlebige Güter 2.273,4 2.175,1 2.292,1 2.472,8 2.567,0
Lebensmittel und Getränke zum Verzehr außerhalb der Verkaufsräumlichkeiten 772,9 770,0 788,9 833,0 863,3
Bekleidung und Schuhe 319,5 306,5 320,6 338,3 354,6
Kraftstoffe und sonstige Energiegüter 389,1 284,5 333,4 408,9 417,0
Sonstige kurzlebige Güter 791,9 814,2 849,2 892,6 932,1
Dienstleistungen 6.629,8 6.644,5 6.839,1 7.109,1 7.379,9
Haushaltskonsumausgaben (für Dienstleistungen) 6.347,7 6.368,5 6.563,7 6.831,2 7.089,4
Wohnungs- und Versorgungswesen 1.839,1 1.881,0 1.909,0 1.960,9 2.013,9
Gesundheitswesen 1.556,5 1.627,4 1.690,7 1.767,8 1.847,6
Transportdienstleistungen 311,7 289,7 292,9 308,2 318,1
Freizeitdienstleistungen 384,5 376,0 385,1 399,7 416,6
Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe 612,5 600,3 617,7 658,7 701,7
Finanzdienstleistungen und Versicherungen 771,5 719,0 763,2 801,1 821,0
Andere Dienstleistungen 871,9 875,1 905,1 934,8 970,4
Konsumausgaben von Organisationen ohne Erwerbszweck im Dienst privater Haushalte 282,1 276,0 275,4 277,9 290,5

Quelle: Büro für Wirtschaftsanalyse des US-Handelsministeriums

Die Amerikaner sind ja für ihre Kauffreudigkeit bekannt, aber wofür genau geben Sie ihr Geld aus? Ausgaben für Kraftfahrzeuge und Kraftstoffe machen dreißig Prozent des Einzelhandelsumsatzes in den USA aus. Ausgaben in Kaufhäusern, Warehouse Clubs und bei Massenanbietern machen weitere 13% aus. Ausgaben für Gastronomiebetriebe machen einen Anteil von 11% am Umsatz aus, gefolgt von Ausgaben für Baumaterialien (6%), Sanitätsbedarf und Körperpflege (6%) und Bekleidung (5%).

Geschätzter Jahresumsatz von US- Einzelhandelsunternehmen und Gastronomiebetrieben nach Art des Unternehmens (in Millionen USD)

Art des Unternehmens 2008 2009 2010 2011 2012
Kfz- und Ersatzteilhändler 787.079 674.002 746.120 818.703 894.798
Möbel- und Einrichtungshäuser 99.560 86.258 87.290 90.124 94.898
Elektro- und Haushaltsgerätehändler 108.663 98.030 99.128 100.792 102.998
Bau- und Gartenmärkte 304.556 266.975 267.950 279.402 294.656
Lebensmittel- und Getränkemärkte 569.735 569.314 581.929 611.006 631.486
Sanitätshäuser und Drogeriemärkte 246.787 253.245 261.128 272.555 275.645
Tankstellen 502.983 389.774 445.962 528.937 551.888
Bekleidungs- und Bekleidungsaccessoiresgeschäfte 215.776 204.813 213.720 229.327 241.386
Sport- und Freizeitgeschäfte, Buch- und Musikhändler 84.037 81.040 81.657 82.466 85.190
Warenhäuser 596.358 591.682 607.989 630.557 649.754
Verschiedene Einzelhandelsgeschäfte 111.589 103.384 106.540 111.256 112.966
Sonstiger Einzelhandel ohne Verkaufsräume 319.283 311.891 342.041 377.871 408.475
Gastronomiebetriebe 456.102 451.684 466.493 494.813 524.892
Gesamtumsatz 4.402.508 4.082.092 4.307.947 4.627.809 4.869.032

Quelle: US-Statistikbehörde

Anmerkungen:
1 Der sonstige Einzelhandel ohne Verkaufsräume umfasst Haustürgeschäfte, mobile Stände und Verkaufsautomaten.
2 Die verschiedenen Einzelhandelsgeschäfte umfassen Floristen, Bürobedarf, Gebrauchtwaren und Geschenke.

shelves

USA gibt es einige der größten Einzelhändler der Welt. Die fünf größten Massenanbieter – Wal-Mart, Target, Costco Wholesale, Meijer und BJ’s Wholesale – erzielen gemeinsam einen Jahresumsatz von knapp 500 Milliarden Dollar. Massenanbieter verfügen über große Geschäftsräumlichkeiten und verkaufen viele verschiedene Artikel, wie Bekleidungs-, Sport- und Gartenartikel sowie Videos.

Weitere Einzelhandelskategorien in den USA sind:

Category Killers

Das sind riesige Einzelhändler, die nur eine Produktart verkaufen – von Tierfutter bis hin zu elektronischen Waren – und zwar zu Preisen, bei denen der Wettbewerb nicht mithalten kann. Beispiele für Category Killers sind Home Depot und Lowe’s in der Baumarktbranche, Barnes & Noble und Borders im Buchhandel sowie Best Buy in der Unterhaltungselektronik.

Warehouse Clubs

Diese Einzelhändler bieten ihre Produkte meist auf Paletten und in lagerähnlichen Räumlichkeiten an. Hier werden große Mengen zu reduzierten Preisen verkauft – von Lebensmitteln über Elektronik bis hin zu Möbeln. Beispiele für Warehouse Clubs sind BJ’s Warehouse und Sam’s Club. Exporteure, die mit Warehouse Clubs ins Geschäft kommen möchten, müssen Skaleneffekte erzielen und hochqualitative Produkte zu niedrigen Preisen anbieten.

Specialty Chains

Das sind Unternehmen, die sich auf eine Warenart konzentrieren und diese auf besondere Weise anbieten. Dazu zählen Mode-Outlets wie Louis Vuitton ebenso wie Einrichtungshäuser wie Crate & Barrel. Diese Geschäfte findet man in Einkaufszentren in den gesamten USA.

Departement Stores (Kaufhäuser)

Diese großen Einzelhandelsgeschäfte verkaufen viele unterschiedliche Produkte in verschiedenen Abteilungen, darunter beispielsweise Bekleidung und Haushaltsgeräte. Berühmte Departement Stores in den USA sind Barneys New York, Bloomingdale’s, J.C. Penney und Macy’s, die von Luxusketten bis hin mittelpreisigen Ketten reichen.

Reine E-Commerce-Geschäfte

Es gibt viele Einzelhändler, die ihre Produkte im Internet vertreiben, aber einige der am meisten bekannten, reinen E-Commerce-Händler sind amerikanische Unternehmen, darunter Amazon, das mittlerweile den E-Commerce-Handel in den USA und vielen anderen Ländern dominiert. Amazon verkaufte anfangs lediglich Bücher, später schließlich alles von Elektronik- bis hin zu Gartenartikeln. Amazon agiert mittlerweile als Portal für „Marketplace-Verkäufer“, welche die UPS Marketplace Shipping-Technologie zur Verarbeitung von Bestellinformationen und zum Direktversand an den Kunden nutzen können und so die Lagerhäuser von Amazon gänzlich umgehen können.

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